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 |  Dependenz-Theorie(n)
Im Gegensatz zu den wachstums-/modernisierungs- als auch zu den kapitalismus-/imperialismustheoretischen Ansätzen zur Erklärung von Entwicklung bzw. Unterentwicklung verknüpften die Mitte der 60er-Jahre von Lateinamerika ausgehenden dependenztheoretischen Ansätze unter dem Begriff der "Abhängigkeit" (spanisch "dependencia") von Anfang an zwar externe und interne Faktoren des Entwicklungsprozesses, Unterentwicklung ist aus dependenztheoretischer Sicht jedoch das Ergebnis einer einseitigen Integration der Entwicklungsländer (EL) in den von Industrieländern (IL) beherrschten Weltmarkt. Was sich intern abspielt, wird als extern verursacht erklärt.
Im Groben lassen sich 2 Positionen unterscheiden:
1. Unterentwicklung als Folge von Ausbeutung durch die IL mittels Verfall der terms of trade und/oder hoher Gewinntransfers internationaler Konzerne von den EL in die IL.
2. Unterentwicklung als Folge enger, einseitiger struktureller Verflechtungen der Wirtschaften der EL mit denen der IL und der Ausrichtung der Wirtschaften der EL auf die Bedürfnisse der IL. Folge struktureller Abhängigkeit seien Ungleichgewichte in den EL (strukturell heterogene Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen).
Die vielfältigen Differenzierungen im Entwicklungsprozess der EL belegen, dass die dependenztheoretischen Ansätze mit ihrem Anspruch auf allgemeine (absolute) Gültigkeit nicht aufrecht zu halten sind. Ihr Verdienst besteht darin, den Blick auf die wirtschaftliche und politische Hierarchisierung der Welt und die Rolle der internationalen Arbeitsteilung im Entwicklungsprozess gelenkt zu haben.
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