 |  Drogenwirtschaft, -bekämpfung
Der jährliche Umsatz von illegal gehandelten Drogen wird auf mehr als 500 Mrd. US-$ geschätzt. Damit gehört der illegale Drogenhandel zu den dynamischen Branchen der Weltwirtschaft. Auch der Anbau von Drogenpflanzen erfolgt meist illegal. Er konzentriert sich auf folgende Regionen:
Koka für die Kokaingewinnung wird insbesondere in Peru, Bolivien, Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern angebaut. Kolumbien ist führend in der Weiterverarbeitung und im Kokainhandel. Der Anbau von Mohn, aus dem Opium und Heroin erzeugt werden, konzentriert sich auf das "Goldene Dreieck" (Thailand, Myanmar, Laos) und den "Goldenen Halbmond" (Afghanistan, Pakistan, Iran) sowie auf die aus dem Süden der UdSSR hervorgegangene Transformationsländer. Aus Indischem Hanf wird das Rauschgift Haschisch gewonnnen; Hauptanbaugebiete sind Indien und orientalische Länder.
Früher konzentrierte sich der Drogenkonsum auf die Industrieländer; in den letzten zwei Jahrzehnten hat er sich auf die Entwicklungsländer ausgedehnt. Hier konzentriert er sich auf die Hauptanbauländer und die Armutsviertel der großen Metropolen. Der alle Kontinente überziehende Drogenhandel erfolgt in der Regel illegal durch mafiaähnliche Handelsorganisationen. Der illegale Drogenanbau und -handel verursacht enorme wirtschaftliche Verwerfungen und Schäden (z. B. Schmälerung der Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln in den Anbauregionen, Preisverzerrungen, soziale Kosten der Behandlung Drogenkranker, Geldwäsche, Steuerhinterziehung).
Antidrogenpolitik und Drogenbekämpfung setzen international und national gleichzeitig und vernetzt beim Drogenanbau, bei der Verarbeitung und beim Handel sowie auf der Konsumentenebene an (z. B. polizeiliche Maßnahmen, entwicklungspolitische Maßnahmen beim illegalen Drogenanbau, Aufklärungsarbeit, Verfolgung von Drogenkriminalität).
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