 |  Neoliberalismus
Im Gegensatz zum laissez-faire-Liberalismus (18. Jh.) ist nach den Vorstellungen des Neoliberalismus in einer freien Marktwirtschaft die wirtschaftspolitische Steuerung durch Ordnungspolitik unverzichtbar. Der Staat hat die Aufgabe, eine den gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasste Wirtschaftsordnung zu erstellen und durchzusetzen. Erst diese rechtlich-institutionellen Vorgaben des Staates (z. B. Produktions-, Markt-, Geld- und Finanzverfassung) schaffen die Rahmenbedingungen, mit denen eine freie Marktwirtschaft - mit ihren Prinzipien vollständige Konkurrenz, offene Märkte, Privateigentum mit Eigentümerhaftung, Vertragsfreiheit usw. - gewährleistet werden kann.
Neoliberale Vorstellungen prägten die nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland entwickelte "Soziale Marktwirtschaft". In vielen Entwicklungsländern hat die neoliberalistische Wirtschaftspolitik Veränderungsprozesse eingeleitet, denen es häufig an den notwendigen staatlichen Steuerungskapazitäten (vor allem im sozialen und im Umweltbereich) mangelt, die infolge der Komplexität der Veränderungen erforderlich sind.
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