 |  NWWO (Neue Weltwirtschaftsordnung)
1974 legten die Entwicklungsländer (EL) auf der 6. UN-Sondergeneralversammlung einen umfangreichen Forderungskatalog zur Neuordnung der Weltwirtschaft vor. Er erstreckte sich u. a. auf wirtschaftliche Unabhängigkeit und Anpassung der Rohstoffpreise an die Preise für Industriegüter, auf Abbau ungleicher Arbeitsteilung durch verstärkte Industrialisierung in den EL, auf Abbau der Auslandsverschuldung und Einlösung der Zusage der Industrieländer, 0,7 % ihres Bruttosozialprodukts für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben, auf günstigere Bedingungen für den Technologietransfer sowie mehr Mitbestimmung in den internationalen Finanzorganisationen.
Von den Forderungen wurde nur das "Integrierte Rohstoffabkommen" mit mäßigem Erfolg realisiert. Unter dem Eindruck der politischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen in den 90er-Jahren und aufgrund der ausgeprägten Differenzierungsprozesse zwischen den EL hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die akuten Probleme der EL nicht pauschal auf der Basis und mit den Instrumenten dieser 1974 geforderten "Neuen Weltwirtschaftsordnung" zu lösen sind.
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