 |  BIP (Bruttoinlandsprodukt) / BSP (Bruttosozialprodukt)
Die Begriffe Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Bruttosozialprodukt (BSP) spielen bei der Bewertung von wirtschaftlicher Entwicklung und Wohlstand eines Landes eine große Rolle.
Bruttoinlandsprodukt
Ein Schreiner kauft Holz für 100 Euro plus 16 Euro Mehrwertsteuer, macht daraus einen Schrank und verkauft ihn für 300 Euro plus 48 Euro Mehrwertsteuer. Er hat eine Bruttowertschöpfung von 200 Euro erwirtschaftet: Produktionswert 300 Euro minus Vorleistungen (Holzkauf) von 100 Euro. Außerdem hat er an den Staat 48 minus 16 Euro = 32 Euro Mehrwertsteuer bezahlt. Sein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt beträgt 232 Euro.
Das Beispiel ist übertragbar auf die gesamte Wirtschaft eines Landes: Alle im Inland ansässigen Unternehmen kaufen etwas (und der Preis dafür ist ihre Vorleistung), gestalten es um und verkaufen es wieder. So erwirtschaften sie die gesamte Bruttowertschöpfung eines Staates: die Summe aller Verkaufserlöse minus der Summe aller Vorleistungen. Das Bruttoinlandsprodukt entspricht der Bruttowertschöpfung im Inland (zuzüglich nicht abzugsfähige Mehrwertsteuer und Einfuhrabgaben wie Zölle).
Bruttosozialprodukt (Bruttonationaleinkommen)
Wie kommt man vom BIP zum BSP? Manche Inländer beziehen Einkommen aus dem Ausland, weil sie (z. B. durch eine Filiale) zur Bruttowertschöpfung in einem anderen Land beitragen. Umgekehrt fließt einiges vom Bruttoinlandsprodukt als Einkommen ins Ausland ab. Was an Einkommen aus dem Ausland hereinkommt, wird zum BIP hinzugerechnet, was hinausfließt, abgezogen. So erhält man das BSP. Es kann größer oder kleiner sein als das BIP. In jüngster Zeit wird in den Statistiken der Begriff Bruttosozialprodukt durch Bruttonationaleinkommen (BNE) ersetzt.
Im BIP und BSP bzw. BNE sind nicht enthalten: alle Leistungen, die nicht bezahlt werden (also Arbeiten zur Selbstversorgung, häusliche Arbeiten, Eigenreparaturen) und alle Leistungen, die nicht erfassbar sind (Schwarzarbeit, Mithilfe von Familienmitgliedern und Freunden, in Entwicklungsländern die erheblichen Leistungen des "informellen Sektors"). So können zum Beispiel in einem Industrieland die Folgekosten des Wohlstands (Unfallreparaturen, Umweltschutz, Freizeitangebote) einen großen Teil des BIP ausmachen, während die Arbeiten von Millionen Landfrauen zur Selbstversorgung im BIP eines Entwicklungslandes überhaupt nicht auftauchen.
Die Durchschnittswerte BIP und BSP bzw. BNE pro Kopf sagen nichts aus über die Verteilung der Einkommen im Lande, über die Abstände zwischen Armen und Reichen.
Im BIP und BSP sind nicht enthalten: alle Leistungen, die nicht bezahlt werden (also Arbeiten zur Selbstversorgung, häusliche Arbeiten, Eigenreparaturen) und alle Leistungen, die nicht erfassbar sind (Schwarzarbeit, Mithilfe von Familienmitgliedern und Freunden, in Entwicklungsländern die erheblichen Leistungen des "informellen Sektors". So können zum Beispiel in einem Industrieland die Folgekosten des Wohlstands (Unfallreparaturen, Umweltschutz, Freizeitangebote) einen großen Teil des BIP ausmachen, während die Arbeiten von Millionen Landfrauen zur Selbstversorgung im BIP eines Entwicklungslandes überhaupt nicht auftauchen.
Die Durchschnittswerte BIP und BSP pro Kopf sagen nichts aus über die Verteilung der Einkommen im Lande, über die Abstände zwischen Armen und Reichen.
|  |
 |